Schützentradition, aber auch Fortentwicklung

Auch wenn der Scharbeutzer Schützenverein erst 1954 gegründet wurde, so stehen wir doch in einer jahrhunderte alten Tradition. Ausgehend von den Schützengilden im Mittelalter, die noch wesentlicher Bestandteil der Verteidigung der eigenen Stadt waren, entwickelten sich in der Zeit nach den Napeleonischen Kriegen Anfang des 19. Jahrhunderts Schützenvereine in der heutigen Form, die das Brauchtum mit dem immer sportlicher werdenden Schießen verbanden.

Geblieben aus den Anfängen des Schützenwesens ist vor allem das "Schießen auf den Vogel" und die oftmals damit verbundene Suche nach dem Schützenkönig und seinen Rittern. Dazu, aber auch um einfach gemeinsam zu feiern, gibt es unser jährliches Schützenfest, das derzeit am dritten Wochenende im Juli jedes Jahr im Kurpark mit Einheimischen, Freunden und Gästen aus nah und fern gefeiert wird.

Dabei sind alleine der Ort und der Termin des Schützenfestes schon eine Reise durch Raum und Zeit von Scharbeutz. Gestartet ist das Fest an der Pönitzer Chaussee. Es folgten Ortswechsel an den Badeweg und den Hamburger Ring und zeitweise wurde auch das Gelände rund um das Schüttenhus am Speckenweg zum Festplatz. Dabei wanderte es von Anfang September über Mitte August schließlich in den Juli.

Auch die Höhepunkte, die unser Schützenfest ausmachen, haben sich dem Wandel der Zeit entzogen: Der Festumzug durch den Ort, der Große Zapfenstreich - ebenfalls nach jahrhunderte alter Tradition - und die feierliche Proklamation des Schützenkönigs mit seinen Rittern. Aber halt, war der Verein lange Zeit ein reiner "Männerclub", der Frauen nur auf festlichen Veranstaltungen und noch beim Helfen duldete, so freuen wir uns heute umsomehr über die Mitgliedschaft unserer Schützenschwestern, die übrigens in der Regel hervorragend, oftmals besser als die Männer, schießen können. Spätestens seit wir mit unser Schützenschwester Antje Drenkhahn 2006/2007 die erste Schützenkönigin hatten, herrscht auch im Traditionsbereich Gleichberechtigung im Scharbeutzer Schützenverein.

Unsere Uniform

Schulterstücke
Jungschützen tragen schmale, zweistreifige Schulterstücken.
Die silbernen Sterne stehen für die Vereinszugehörigkeit und werden nach 5, 10 und 20 Jahren verliehen.
Vorstandsmitglieder tragen Silber, erst nur der Rand, nach 10 Jahren dann komplette silberne Schulterstücken. Goldene Sterne trägt, wer mindestens 15, 20 oder 30 Jahre im Vorstand ist - beim 1. Vorsitzenden geht es sogar etwas schneller.

 

Schützenschnüre und Eicheln
Wer fünfmal in einerm Jahr ein gute Leistung erbringt, wird mit der grünen Schützenschnur ausgezeichnet. Danach folgen die grüne, silberne und goldene Eichel.
Um die silberne oder goldener Schützenschnur zu erring, muss man die Leistungen schon in zwei Disziplinen erbringen.
Die geforderten Leistungen steigen von Auszeichnung zu Auszeichnung und sind je nach Altersklasse und Disziplin unterschiedlich.

Hut und Handschuhe
Ebenso wie die breiten Schulterstücken, so sind Hut und Handschuhe den Erwachsenen Schützen vorbehalten - wenn es regnet, dürfen alle anderen aber auch gerne einen Regenschirm benutzen.

 

Vereins- und Verbandsabzeichen
Seine Zugehörigkeit zu seinem Verein zeigt man auch mit der Vereinsnadel - auch hier je nach "Dienstalter" in unterschiedlichen Ausprägungen. Im Scharbeutzer Schützenverein z.B.
Aber gerne zeigt man an dieser Stelle auch die Nadeln anderer Vereine, zu denen man eine besondere Beziehung hat und die man einmal mal "in bester Laune" getauscht hat.
Und auch die Ehrungen für langjährige Miedgliedschaften im NDSB und DSB sind am Revers der Uniformjacke gut aufgehoben.

 

Königsorden
Wer Schützenkönig oder Schützenkönigin im Scharbeutzer Schützenverein war, trägt seinen oder ihren Königsorden am Knoten der Krawatte - das gilt aber nur für den "großen" König.

Leistungsnadeln
Viel Landesverbände und auch der Deutsche Schützenbund geben Leistungsabzeichen heraus. Dabei hat jeder Verband seine eigenen Regeln, wann wer welche Nadel erhalten kann. In der Regel gibt es die Nadeln in zwei Größen, in den "Farben" Bronze, Silber und Gold und natürlich für alle möglichen Disziplinen.

Aber für alle gilt: So ganz ohne Leistung wird das nichts.

 

 

Pfänderorden
Typisch für viele Schützenuniformen sind die Pfänderorden, die teilweise auch als Anstecknadeln gestaltet sind. Man erhält sie, wenn man beim Vogelschießen ein Teil abschießt. Das Symbol gibt an, welches Teil es war, z.B. ein linker oder rechter Flügel, das Zepter oder sogar der Kopf.

 

Noch mehr Lametta
Im Laufe eines Schützenlebens sammeln sich - hoffentlich - noch viele andere Nadeln, Orden oder Spangen an. Da all dies mit oft schönen Erinnerungen verbunden ist, wird jeder Schütz und jede Schützin gerne Auskunft geben, welche Bedeutung dieses oder jenes Teil denn nun hat.